Zugverkehr auf der Johannlandbahn zwischen Siegen und Netphen

Kreisweites Interesse an der Johannlandbahn

Pressemitteilung der Bürgerinitiative "Pro Johannlandbahn" - 24.10.1999

Mit Interesse und großer Aufmerksamkeit verfolgt die Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V. die derzeitige politische Diskussion über die Reaktivierung des Schienen-Personennahverkehrs (SPNV) auf der Strecke Siegen - Netphen - Deuz (- Werthenbach). "Gerade in der jetzigen Phase", so Christian Wachs, Vorsitzender der Bürgerinitiative, "sollte die Diskussion von sachlichen Argumenten, korrekten Zahlen und zukunftsweisenden Perspektiven geprägt sein."

Aus diesem Grunde stoßen die Äußerungen des CDU-MdL Volkmar Klein bei der Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V. aus verschiedenen Gründen auf Erstaunen und große Verwunderung.

Die von dem Land Nordrhein-Westfalen für die Johannlandbahn bereitgestellten 35 Millionen DM sind nach dem Regionalisierungsgesetz zweckgebunden für den SPNV. Sollte die Region die zur Verfügung gestellten Mittel nicht bis zum Jahresende 1999 abrufen, werden damit unter Umständen bei wesentlich höheren Kosten pro Kilometer wenige Hundert Meter U-Bahn-Strecke im Ruhrgebiet gebaut. Zwischen allen Parteien unserer Region sollte Konsens bestehen, diese einmalige Chance nicht ungenutzt verstreichen zu lassen und die Mittel umgehend abzurufen.

Selbstverständlich ist eine Einbindung des von der Bürgerinitiative geforderten Schienenverkehrs in ein Gesamtkonzept des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Südwestfalen erforderlich. Dies ist auf der Grundlage aussagekräftiger Studien betriebswirtschaftlich optimal zu gestalten.

Hinsichtlich der Johannlandbahn halten die VWS nach eigener Aussage ein Engagement im SPNV für denkbar, soweit ein wirtschaftliches Gesamtkonzept für Schüler-, Berufs-, Einkaufs- und Freizeitverkehr geschaffen wird. Somit würde sich die Einnahmesituation der VWS nicht verschlechtern, sondern aufgrund der Attraktivität und der damit verbundenen Neukunden verbessern. Bei den VWS lassen sich insbesondere durch einen neu strukturierten Schülerverkehr durch Bus oder Bahn erhebliche Kostenreduzierungen erzielen. Hinsichtlich der Durchführung des SPNV durch die VWS besteht eine vergleichbare Situation in Lüdenscheid: Dort ist das lokale Busunternehmen an der Gesellschaft zur Durchführung des SPNV nach Hagen und Dortmund direkt beteiligt.

Die schnelle Verbindung innerhalb der Gemeinde Netphen und nach Siegen verbessert die Wohn- und Standortqualität im Netpher- bzw. Johannland. Die neuen Buslinien müssen neben den alten Ortsteilen sowohl die in den letzten Jahren entstandenen Wohn- und Gewerbegebiete in Dreis-Tiefenbach, Netphen und Deuz einbeziehen als auch die angrenzenden Städte und Gemeinden. Die Anbindung der in den Seitentälern gelegenen Ortschaften Netphens an die Bahnlinie erfolgt nach der Reaktivierung in gleicher Weise wie bisher durch separate Buslinien. Auf der Strecke von Siegen in das Gemeindegebiet Netphen wird der Umsteigepunkt für einige Fahrziele lediglich verlegt: Fahrgäste zum Beispiel von Siegen nach Eckmannshausen/Unglinghausen steigen anstatt heute in Weidenau Busbahnhof später in Dreis-Tiefenbach Bahnhof um, Personen mit Ziel Brauersdorf weiterhin in Netphen. Hierbei können kurze Übergangszeiten und kurze Wege durch entsprechende bauliche Gestaltung der Bahnhofsanlagen sichergestellt werden.

Eine qualitative Verbesserung des ÖPNV`s in der Gemeinde Netphen geht immer mit einer Verringerung der Fahrzeiten einher. Das Nadelöhr Dreis-Tiefenbach wird ohne Johannlandbahn für die Busse der VWS immer bestehen bleiben, weil eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf der Bundesstraße nicht möglich ist oder eine Busspur kaum durchsetzbar scheint. Eine Ortsumgehung wird für Dreis-Tiefenbach noch nicht einmal ernsthaft diskutiert, utopische Lösungen wie zum Beispiel ein Tunnelbau sind nicht finanzierbar. Nur die Bahn ist unabhängig vom Stau auf der Straße.

In Netphen muß eine für die Bevölkerung optimale bauliche Gestaltung von SPNV mit Bahnhofsneubau einerseits und Umgehungsstraße andererseits realisiert werden, die den verschiedenen Ansprüchen sämtlicher Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Fahrradfahrer, Bahn- und Busnutzer, Autofahrer) gleichermaßen gerecht wird. Eine Wiederaufnahme des Bahnbetriebes vor der Fertigstellung der Umgehungsstraße ist nach Ansicht der Bürgerinitiative durchaus denkbar.

Der von einigen Gegner der Johannlandbahn "befürchtete" Parallelverkehr von Bus und Bahn entsteht auch im Siegerland nicht erst durch die Johannlandbahn. Neben anderen Beispielen zeigt das obere Ferndorftal überzeugend, daß ein attraktiver Bahnverkehr der DB AG neben der VWS-Buslinie aufrecht erhalten und über die vergangenen Jahre nachhaltig ausgebaut werden konnte. Heute besteht auf der Schiene zwischen Kreuztal und Hilchenbach ein Stundentakt, der Bus fährt halbstündlich. Beide Verkehrsmittel ergänzen sich und werden gut genutzt.

"Im Netpher- bzw. Johannland kann bei dem Verkehr von Bahn und Bus eine integrierte Gesamtlösung mit positiven Effekten für die Fahrgäste erzielt werden, die wirtschaftlich vertretbar ist", so Christian Wachs.

Die Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V. sieht in der Hellertalbahn ein Vorbild für den zukünftigen SPNV auf der Johannlandbahn. Die dortigen Einwohner können seit September 1999 von dem neu konzipierten SPNV mit modernen Fahrzeugen, integralem Taktfahrplan und guten Übergangsmöglichkeiten in Betzdorf und Dillenburg profitieren. Die Bürgerinitiative wünscht allen Nutzern und Gästen abschließend positive Erfahrungen mit dem modernen SPNV zwischen Betzdorf und Dillenburg.



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