Zugverkehr auf der Johannlandbahn zwischen Siegen und Netphen

Moderner Nahverkehr mit der Johannlandbahn

Pressemitteilung der Bürgerinitiative "Pro Johannlandbahn" - 22.12.1999

Die Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V. setzt sich für die Reaktivierung des SPNV auf der Strecke Siegen-Hauptbahnhof - Netphen - Deuz (- Werthenbach) ein. Nach der Gründung im Januar 1999 kann die Initiative auf eine erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Besondere Höhepunkte waren zwei Zeitungen, die in über 24.000 Exemplaren an die Netpher Haushalte in allen Ortsteilen verteilt wurden. Außerdem informierte die Bürgerinitiative im Rahmen von zwei öffentlichen Veranstaltungen zum Thema "Johannlandbahn": das Interesse der Bevölkerung und der Politiker war sehr groß. Besonders hervorzuheben ist außerdem die Sammlung von 1.700 Unterschriften für die Reaktivierung der Bahn, die dem Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Herrn Elmar Schneider, im November 1999 übergeben wurden.

Es gibt viele Beispiele für erfolgreiche Reaktivierungen von Bahnstrecken im Schienen-Personennahverkehr (SPNV) in Deutschland. Eine besonders gut vergleichbare Strecke ist die Schönbuchbahn Böblingen - Dettenhausen in Baden-Württemberg. Die 17 km lange Bahnstrecke wird nach über 30 Jahren ohne SPNV seit 1996 wieder mit modernen Triebwagen befahren. Inzwischen wird auf der von einem Privatunternehmen betriebenen Strecke ein Halb-Stunden-Takt angeboten. Nachdem vor der Reaktivierung der Strecke in den parallel verlaufenden Buslinien circa 2.000 Fahrgäste pro Tag unterwegs waren, wurden zur Eröffnung werktäglich 2.500 Reisende prognostiziert. Inzwischen fahren im Autokreis Böblingen über 5.000 Reisende pro Werktag mit der modernen, komfortablen und schnellen Schönbuchbahn am Stau vorbei - Tendenz weiter steigend.

Überlastete Straßen verursachen überall in Deutschland Ärger bei den Bürgerinnen und Bürgern: entweder als Anwohner an Staustrecken oder als Pkw- oder Bus-Nutzer im Stau. Das überzeugende Angebot der Schönbuchbahn mit engem Taktverkehr und guter Anbindung an das Busnetz überzeugte viele Menschen, auf den SPNV umzusteigen. "Dies kann auch im Johannland erreicht werden", so Christian Wachs, Vorsitzender der Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V.

Die Bürgerinnen und Bürger des Johannlandes kennen die Staus in den Bereichen Netphen und Dreis-Tiefenbach einschließlich der Beeinträchtigungen auf den sogenannten "Schleichwegen". Der Ärger ist durch die Staus bei Autofahrer und Anwohnern sehr groß. Auch ist das Bus-Angebot hier nur eine bedingte Alternative, denn es bedarf fahrplantechnischer Verbesserungen. Außerdem sind die Busse von den Staus auf den Straßen durch Verspätungen zum Teil stark betroffen. Die Umgehungsstraße in Netphen wird die Probleme nur lokal in Netphen selbst lösen können.

Bei diesen Problempunkten setzt die Konzeption der Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V. an: die auf der Schiene, einem zusätzlichen Mobilitätsstrang, verkehrende Johannlandbahn stellt eine tatsächliche Alternative zum Stau auf der Straße dar. Schnell, komfortabel und bequem sind Fahrten innerhalb des Stadtgebietes Netphen und in das Oberzentrum Siegen im Ausbildungs-, Berufs- und Freizeitverkehr möglich. Eine Fahrzeit von Deuz bis Siegen-Hauptbahnhof von 23 Minuten ist auf der Grundlage vorhandener Untersuchungen erreichbar "Bei einem guten Angebot sind im Johannland Umsteigeeffekte in ähnlich großem Maße zu erwarten wie bei der Schönbuchbahn", so der Vorsitzende der Initiative. Ergänzt wird das Angebot auf der Schiene durch ein Busnetz, das alle abseits der Bahnstrecke gelegenen Ortschaften anbindet Dabei bestehen kurze Umsteigezeiten mit sofortigem Bahnanschluß. "Ein derartiges integrales Verkehrsangebot ist sehr attraktiv für alle Schichten der Bevölkerung und wird umfassend angenommen werden.", so die Initiative.

Voraussetzungen für gute Lösungen im Bereich des Personennahverkehrs im nächsten Jahrtausend sind entsprechende Planungen auch bei den Verantwortlichen der Stadt Netphen. "Die Reaktivierung der Bahnstrecke im Personenverkehr sollte sich in der gesamten kommunalen Arbeit der Stadt widerspiegeln", so Christian Wachs, Vorsitzender der Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V. "Es ist dringend geboten, die Reaktivierung der Johannlandbahn im Schienen-Personennahverkehr zum Beispiel in den aktuellen städtebaulichen Planungen der Stadt Netphen zu berücksichtigen." Die konzeptionellen Überlegungen für den Innenstadtbereich mit Einkaufszentrum, Globus, Feuerwache, Rathaus sowie die Siegverlegung und der Bau der Umgehungsstraße sollten von einer reaktivierten Johannlandbahn ausgehen. "Wir müssen jetzt am Beginn des neuen Jahrtausends und des neuen Bahn-Zeitalters in Netphen perspektivisch denken und handeln. Das Johannland braucht einen modernen, aufeinander abgestimmten Personennahverkehr mit Bahn und Bus, denn sonst sind die Verkehrsprobleme im Stadtgebiet nicht lösbar.", so die Bürgerinitiative.

Die Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V. geht davon aus, daß im Jahre 2000 durch ein Fachgutachten ein wirtschaftliches Betriebskonzept für Bahn und Bus im Netpherland entworfen wird, um so auf den Gleisen der Siegener Kreisbahn wieder modernen Nahverkehr zu betreiben. Dies kann unter Umständen durch die VWS erfolgen. Der Schienen-Personennahverkehr auf der Johannlandbahn kann dann Bestandteil des Gesamtangebotes von Bahn- und Busverkehr im Bereich des Zweckverbandes Westfalen Süd sein. "Mit einer Johannlandbahn als integralem Bestandteil des Bahn- und Bus-Angebotes in der Region ist zukünftig eine attraktive, einfache und umfassende Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gegeben Dies betrifft natürlich auch den Verkehr innerhalb der Stadt Netphen und Fahrten in andere Gebiete in Westfalen-Süd, insbesondere nach Siegen", so die Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V.

Um den modernen Personennahverkehr von Bahn und Bus im Johannland auf eine breite Basis zu stellen, wird die Bürgerinitiative auch im Jahr 2000 in ihren Aktivitäten nicht nachlassen.

Im ersten Schritt bis Salchendorf
Bürgerinitiative schlägt verbesserte Konzeption vor

Die bisherigen, offiziellen Planungen für die Johannlandbahn gehen davon aus, in einem ersten Schritt zunächst den Abschnitt von Siegen bis Netphen-Deuz zu reaktivieren. Die Orte zwischen Deuz und Hainchen sollen mit den auf die Johannlandbahn abgestimmten Bussen angebunden werden.

Die Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V. regt an, die Strecke bereits im ersten Schritt bis Salchendorf in Betrieb zu nehmen. Da der Triebwagen von Salchendorf bis Siegen weniger als eine halbe Stunde unterwegs sein wird, kann der geplante Takt trotz längerer Strecke ohne wesentlichen Mehraufwand eingehalten werden. Das bedeutet, daß die rund 1.500 Einwohner Salchendorfs ihren Bahnanschluß bereits mittelfristig erhalten. Dadurch ergibt sich ein erheblich höheres Fahrgastpotential für die Johannlandbahn.

Sobald sich die Johannlandbahn auf ihrem ersten Abschnitt bewährt hat, sollte der Betrieb nach den Vorstellungen der Bürgerinitiative "PRO JOHANNLANDBAHN" e.V. bis ins obere Johannland ausgedehnt werden.

Die Johannlandbahn ist finanzierbar

Als größter Hemmschuh der politischen Durchsetzung der Johannlandbahn werden von Kritikern die laufenden Betriebskostenzuschüsse gesehen. Je nach Lesart werden diese zwischen jährlich 500.000 DM und 3 Millionen DM eingeschätzt. Nach Prüfung der vorliegenden Kalkulationen ist davon auszugehen, daß die heute zur Verfügung stehenden Gelder bereits ausreichend sein werden.

Der Zweckverband Westfalen-Süd als Aufgabenträger des Schienen-Personennahverkehrs im Kreis Siegen-Wittgenstein erhält für den Zugbetrieb sogenannte "Regionalisierungsmittel" vom Bund. Obwohl die Höhe dieser Mittel seit Jahren konstant ist, wurden die Angebote auf den bestehenden Strecken (z. B: Rothaarbahn, Hellertalbahn, Obere Lahntalbahn) permanent verbessert. Günstige Angebote und die Privatisierung der Hellertalbahn (Betreiber: Westerwaldbahn, Siegener Kreisbahn, Hessische Landeseisenbahn) machen es möglich.

Durch Optimierungen und Privatisierungen weiterer Strecken lasen sich in den nächsten Jahren zusätzliche Einsparungen erzielen. Zusammen mit einem attraktiven Angebot auf der Johannlandbahn können die Einnahmen und die Zuschüsse des Bundes für den kostendeckenden Betrieb der Johannlandbahn ausreichen.



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