Zugverkehr auf der Johannlandbahn zwischen Siegen und Netphen

Kreistag stößt Entscheidungsprozeß zur Reaktivierung der Johannlandbahn an

Pressemitteilung der Bürgerinitiative "Pro Johannlandbahn" - 14.01.2001

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die Bürgerinitiative "Pro Johannlandbahn" e.V. sehen in der heutigen Sitzung des Kreistages des Kreises Siegen-Wittgenstein einen weiteren wichtigen Schritt zur Schaffung eines optimierten Bus-Schiene-Konzeptes in Südwestfalen. Auf der Basis der Erläuterungen von Herrn Emmerich, Mitarbeiter von Hamburg-Consult, wurden dem Kreistag sowie der interessierten Öffentlichkeit wesentliche Aspekte einer Reaktivierung der Johannlandbahn präsentiert. Leider wurden weitergehende konzeptionelle Überlegungen zum möglichen Einstieg eines regionalen Busunternehmen in den Schienen-Personennahverkehr ausschließlich in dem nicht-öffentlichen Teil des Kreistages diskutiert.

Die beiden Vereine müssen kritisch anmerken, daß insbesondere vier Aspekte des zukünftigen Bus-Schiene-Angebotes unzureichend dargestellt wurden:

Aufgrund der Erfahrungen auch im Zweckverband Westfalen-Süd, wo in den vergangenen Jahren nennenswerte Steigerungen der Fahrgastzahlen bei Bahn und Bus durch Vertaktung, durch ein verbessertes Angebot sowie durch modernere Fahrzeuge und Haltestellen erreicht wurden, ist bei einer Reaktivierung der Johannlandbahn von einer deutlichen Zunahme der Fahrgastzahlen auszugehen. Die beiden Vereine verweisen auf vergleichbare Projekte, bei denen Fahrgaststeigerungen um den Faktor 2 bis 5 festgestellt werden konnten. Dieser maßgebliche Aspekt wurde durch den Gutachter völlig vernachlässigt.

Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Landesförderung reduziert sich das vom Gutachter genannte maximal mögliche Betriebsdefizit auf bis zu 800.000 DM pro Jahr. Diese Summe kann über die im Gutachten nicht berücksichtigte Fahrgaststeigerungen aufgefangen werden.

Weil die Johannlandbahn nach Auffassung des Gutachters und der genannten Vereine nicht als isoliertes Verkehrsangebot betrachtet werden kann, sind im Rahmen der zukünftigen Ausschreibung der Schienen-Personennahverkehrs-Leistungen in Südwestfalen deutliche Einsparungen zu erwarten. Dies hat sich in der Vergangenheit bereits auf der Hellertalbahn (Betzdorf - Dillenburg) gezeigt. Auch dies führt zu einem zusätzlichen Abbau des kalkulierten theoretischen Defizits. Die Bürgerinitiative "Pro Johannlandbahn" e.V. und der Verkehrsclub Deutschland e.V. gehen davon aus, daß bei Gesamtbetrachtung eines südwestfälischen Schienennetzes die Johannlandbahn mit den für den heutigen Bahnverkehr zur Verfügung stehenden Mitteln betrieben werden kann. "Der Einsatz zusätzlicher kommunaler Betriebskostenzuschüsse des Kreises Siegen-Wittgenstein oder der Städte Netphen und Siegen wird nicht erforderlich sein.", so Christian Wachs von der Bürgerinitiative.

Leider mußten die Vereine bei der wirtschaftlichen Betrachtung des dargestellten gegenwärtigen Verkehrskonzepte und des für das Jahr 2004 konzipierten integrierten Verkehrsangebotes eine krasse Verzerrung feststellen: Der vorgestellte Taktverkehr der Busse übertrifft das heutige Angebot für zahlreiche Stadtteile insbesondere abseits des Siegtals um ein Vielfaches. "Für den gesamten Stadtbereich Netphens werden sich in den Abendstunden sowie am Wochenende deutliche Verbesserungen ergeben", so Peter Ladda vom Verkehrsclub Deutschland e.V., Kreisverband Siegen-Wittgenstein. Der gleiche Bedienungsstandard im Netpherland würde als reines Bus-System ohne Johannlandbahn nach Einschätzung von Thomas Reincke deutlich mehr als zwei Millionen DM pro Jahr kosten.

Die Bürgerinitiative "Pro Johannlandbahn" e.V. und der Verkehrsclub Deutschland e.V. fordern die Kreistagsmitglieder nachdrücklich auf, mit zügigen Entscheidungen die Signale für die Zukunft der Bahn in Südwestfalen und im Johannland auf grün zustellen.



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