Zugverkehr auf der Johannlandbahn zwischen Siegen und Netphen

Finanzierung des Verkehrs auf der Johannlandbahn durch Ausschreibung von Leistungen im Schienenpersonennahverkehr möglich

Pressemitteilung des Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen e. V. - 03.05.2001

In der Diskussion um die Reaktivierung der Johannlandbahn wird immer wieder darauf verwiesen, dass der laufende Betrieb der Strecke nicht zu finanzieren sei. Dem steht entgegen, dass die Novellierung des Regionalisierungsgesetzes Nordrhein-Westfalen geplant ist, mit dem Ziel, neben den Investitionen künftig auch eine anteilige Förderung der Betriebskosten zu ermöglichen. Darüber hinaus können durch eine Ausschreibung von SPNV-Leistungen durch den Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd zum 1. Januar 2004 weitere Finanzmittel freigesetzt werden. Wie aktuelle Beispiele zeigen, sind durch eine Ausschreibung Kosteneinsparungen in einer Größenordnung von 20 - 30 % zu erzielen.

Im Bereich des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd wird im laufenden Fahrplanabschnitt 2000/2001 eine Leistung im Schienenpersonen-nahverkehr von 2.387.966 Zugkilometern erbracht.

Eine kostenneutrale Ausweitung des Zugangebots um nur 25 % bei einer Ausschreibung aller Strecken würde eine Mehrleistung von rd. 600.000 pro Jahr bedeuten. Damit ließe sich der Leistungsbedarf der Johannlandbahn von rd. 300.000 ZugKm pro Jahr voll abdecken.

Insofern dürfte die Reaktivierung des SPNV auf der Johannlandbahn auch hinsichtlich der laufenden Betriebskosten finanzierbar sein. Dies hat mit dem "abgreifen" zusätzlicher Subventionen nichts zu tun, vielmehr geht es hier um eine effektivere Verwendung der dem Kreis Siegen-Wittgenstein für die Finanzierung des SPNV zustehenden Finanzmittel. Es ist daher sinnvoll, die Strecke in die anstehende Ausschreibung mit einzubeziehen. So wird sich zeigen, dass eine durchgreifende Verbesserung des ÖPNV im Raum Siegen/Netphen auf der Grundlage der reaktivierten Johannlandbahn ohne finanzielle Belastungen von Kreis und Kommunen realisierbar ist.

Weitere Informationen

Die Prignitzer Eisenbahn, ein mittelständisches Unternehmen aus Brandenburg, hat kürzlich die Ausschreibung der Strecken Duisburg-Ruhrort - Oberhausen und Oberhausen - Bottrop - Dorsten durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gewonnen. Bei einem unveränderten Leistungsangebot von jährlich zusammen 728.000 ZugKm ergibt sich über die Vertragslaufzeit von 6 Jahren eine Kosteneinsparung von 17,6 Mio. DM, entsprechend 2,93 Mio. DM pro Jahr = 4,02 DM je ZugKm. Bei Zahlungen an die DB in einer Größenordnung von bisher rd. 15,00 DM je ZugKm ist dies ein Kostenvorteil von ca. 27 % (Quelle: Eisenbahn Magazin 3/2001, Seite 11)

Aber auch die Deutsche Bahn AG ist in der Lage, konkurrenzfähige Angebote zu unterbreiten. So konnte die DB die Ausschreibung der Strecken a) Münster - Gronau + Münster - Coesfeld b) Köln - Gummersbach + Bonn - Euskirchen - Bad Münstereifel + Köln - Gerolstein für sich entscheiden. Für die Aufgabenträger ergab sich eine Kostensenkung von 36 bzw. 22 % (Quelle: Bahnreport 2/2001, Seite 5).

Es gibt darüber hinaus weitere Beispiele, wo der Vergleich der Fahrpläne vor/nach Ausschreibung und Betreiberwechsel deutliche Angebotsverbesserungen ergibt (bspw. Streckennetze der Nord-West-Bahn in Niedersachsen, der Nord-Ostsee-Bahn in Schleswig-Holstein und der Freiberger Eisenbahn in Sachsen)



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